31 Januar, 2010

DER WINTER IM TESSIN

Das Tessin hat im Winter, besonders über Weihnachten und Neujahr, seinen besonderen Reiz. Es gibt relativ wenige Touristen und die TessinerInnen sind fast unter sich. Viele Hotels sind geschlossen.

An einem milden Wintertag kann man das weih nächtliche Ascona geniessen

Die Kirchen haben Ihre Weihnachtskrippen aufgebaut, die meistens gross und liebevoll dekoriert sind. Im Dorfkern ("Nucleo") von Vira werden jedes Jahr im Advent von Schulklassen immer wieder neue Weihnachtsdekorationen aufgebaut, die bis zum Dreikönigstag zu sehen sind.

Eine Weihnachtskrippe in einer Kirche in Locarno


Eine Weihnachtsdekoration im Dorfkern von Vira (Gambarogno)


Die Neujahrsrede der Bürgermeisterin von Locarno, Carla Speziali


Um die Mittagszeit des 1. Januar 2010 findet auf der Piazza Grande ein Neujahrsapéro statt. Eine Blaskapelle spielt und singt Tessiner Lieder und die Bürgermeisterin oder jemand von der Stadtregierung hält eine Neujahrsrede, welche einen Rückblick auf das vergangene Jahr bietet. Kaminfeger ("spazzacamini") verteilen Glücksbringer, früher waren es Einräppler, jetzt sind es Glückskäfer aus Schokolade.

Ein Restaurant auf Cardada oberhalb von Locarno

Auch Wintersport ist möglich und zwar auf Locarnos Hausberg Cardada/Cimetta, der mit dem Funicolare (via Madonna del Sasso) und mit einer von Mario Botta entworfenen Schwebebahn erreicht werden kann. Wer nicht soviel Zeit hat, kann seit einigen Jahren im Advent auf der Piazza Grande von Locarno auf einer Kunsteisbahn seine Runden drehen.

Die Kunsteisbahn auf der Piazza Grande in Locarno

18 Oktober, 2009

HERBST IN RIEHEN

Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis "Herbstlied" 1782,

Bunt sind schon die Wälder

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.
Herbst in den Langen Erlen bei Basel
Herbstimpressionen in den "Langen Erlen"


Blick von der St. Chrischona
Herbst auf St. Chrischona

01 November, 2008

BILDER AUS JAPAN

Bilder einer Reise durch Japan im Oktober 2008.

Kamigamo-jinja in Kyoto

Das ist einer der ältesten Schreine Japans, er wurde 679 errichtet. Der Schrein ist dem Gott der Ernte gewidmet und ist ein typisches Beispiel des Nagare-Stils. Die grosse Anlage umfasst etwa 40 Gebäude.

Das heilige Pferd Shinme darf mit Rüben gefüttert werden.



Einer der Tore des Kamigamo-jinja

Chion-in in Kyoto


Der Tempel Chion-in wurde 1234 erbaut. Wegen Erdbebens und Feuersbrünsten stammen die meisten Gebäude der riesigen Anlage allerdings aus dem 17. Jahrhundert. 2002 wurde der Chion-in im Film The Last Samurai als Schloss Edo verwendet.
Der Plan der Tempelanlage
Das Eingangstor des Chion-in

Uji


Byodo-in Tempel in Uji
Byodo-in Tempel in Uji: Die Phoenixhalle aus dem Jahre 1053. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe. Ihre Form erinnert an die Umrisse des sagenhaften Vogels Phoenix. Im Innern der Halle steht eine Statue von Amida und befinden sich 52 Bosatsu (Bodhisattva).


Ein Laden in Uji, wo die süssen Leckerbissen aus Bohnenpaste gekauft werden können



Die Stadt Hikone am Biwasee

Dieser kleine, unbekannte Schrein ist mit schönen Schnitzereien verziert und schön bemalt.



Das Schloss von Hikone


Ohara

Tempel sanzen-in in Ohara
Warabe im Garten des Tempels sanzen-in



Kamakura
Daibutsu (Grosser Buddha)



Der Tempel Hase-dera


Tokyo

Meji-Schrein

Watari-um, Museum für moderne Kunst, gebaut vom Schweizer Architekten Mario Botta

Swiss Chalet Mini im Stadtteil Nippori in Tokyo



Ashikaga

Watsuda-Staudamm bei Ashikaga mit einer Kunstinstallation
(Azaleen) des deutschen Künstlers Klaus Dauven

Kanazawa

Der neue Bahnhof von Kanazawa vereint Tradition und Moderne



Das Schloss von Kanazawa

19 August, 2008

MECKLENBURG-VORPOMMERN
Treten Sie ein in meine Bildergalerie und erleben Sie eine Reise zu alten Hansestädte Rostock, Stralsund und Wismar, zur Barlachstadt Güstrow, an die Ostsee und auf die Inseln Rügen und Hiddensee .
Haustüre in der Altstadt von Stralsund

Das Rathaus in Rostock

Die Wasserkunst aus der Renaissance auf dem Markt von Wismar


Der Bahnhof des Ostseebads Heiligendamm

Die Kathedrale von Bad Doberan

Das Schloss in Schwerin

Das Atelier des Künstlers Ernst Barlach in Güstrow

Schöne Bäderarchitektur in Binz auf Rügen


Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsvorsprung im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen.

Die autofreie Insel Hiddensee - ein Paradies für Radfahrer

Die Gorch Fock im Hafen von Stralsund


19 Juli, 2008

DIE ERSTEN KREUZWORTRAETSEL IN RUSSLAND

Das erste in russischer Sprache konzipierte Kreuzworträtsel erschien 1926 im Leningrader Magazin 'Die Welt der Abenteuer'. 1929 erschienen die ersten Kreuzworträtsel in 'Ogonjok', der ersten Illustrierten Russlands. Da Kreuzworträtsel eine Erfindung des kapitalistischen Westens waren, mussten sie erst legitimiert werden. Die Beschäftigung wurde deshalb als untadeliges proletarisches Tun hingestellt. So wurde im redaktionellen Vorspann von 'Ogonjok' folgende Begründung gedruckt: 'Kapitalisten ziehen es vor, bei Bridge und Foxtrott zu degenerieren, und überlassen das Kreuzworträtsel der werktätigen Bevölkerung."

Vladimir Nabokov als Verfasser von Schachproblemen und Kreuzworträtseln

Der grosse Romancier Vladimir Nabokov (Lolita, Lushins Verteidigung) besass neben seinem bedeutenden literarischen Schaffen noch zwei weitere Leidenschaften, die ihm in Fachkreisen einen gewissen Ruhm einbrachten: die Schmetterlingsjagd und die Komposition von Schachproblemen. Einige davon wurden in einem seiner letzten Bücher 'Poems and Problems' 1970 publiziert. Unten ein Beispiel aus diesem Buch.


Matt in drei Zügen (Vladimir Nabokov)

Dass Nabokov Schachprobleme schuf, ist ziemlich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es von ihm auch Kreuzworträtsel in grosser Zahl gibt. Er prägt sogar ein neues russisches Wort für Kreuzworträtsel. Anstelle des zunächst in Russland eingebürgerten Fremdworts 'krossvord" schuf er den eigenen russischen Begriff 'krestoslovica' ('krest' = Kreuz, 'slovo' = Wort). Nabokov publizierte in seiner Berliner Exilzeit für die Zeitschrift "Rul" (die von seinem Vater gegründet worden war) auch englische Kreuzworträtsel.
Es erstaunt nicht , dass sich Nabokov mit Kreuzworträtseln beschäftige, hatte er doch ein grosses Interesse an Buchstaben- und Wortspielen. Wenn Nabokov als Autor von Schachaufgaben seine Qualitäten wie Erfindungsgeist und Präzision zur Geltung bringt, tut er dies auch bei der Abfassung von Kreuzworträtseln. Er bescheinigt der Beschäftigung mit Kreuzworträtseln - ebenso wie derjenigen mit dem Schach - eine 'höchste extravagante Sterilität'. Das ist für Nabokov kein Mangel, vielmehr entsprach es dem, was er von der Kunst gefordert hat. Sie soll nämlich 'ohne jeden Nutzen' sein und sei in Ihren Nutzlosigkeit göttlich.


Vladimir Nabokov

07 Juli, 2008

13. LITERATURFESTIVAL IN LEUKERBAD

Das internationale Literaturfestival von Leukerbad will den französischen Sprachraum künftig stärker berücksichtigen. Schon die diesjährige 13. Ausgabe des Festivals habe einen "deutlichen accent" gehabt, schreiben die Veranstalter. Aus der Westschweiz waren die Autorinnen Rose-Marie Pagnard und Marie-Jeanne Urech präsent, aus Frankreich Marie Ndiaye und Cécile Wajsbrot und aus Senegal Fatou Diome. Besonders erfreut zeigte sich die Festivalleitung laut Communiqué über die deutlich gestiegene Besucherzahl aus der Romandie und aus Frankreich. Insgesamt wurden 1300 Eintritte verzeichnet, eher mehr als in früheren Jahren. Rund zwei Dutzend Autorinnen und Autoren lasen in Hotelbars, auf Kurhaus-Terrassen, in einem trockengelegten Hallenbad oder während einer Wanderung durch die Dala-Schlucht.
Der Schriftsteller Ulrich Peltzer konnte während des Festivals im Bischofsschloss der Stadt Leuk den Spycher Literaturpreis entgegennehmen.

Jenny Erpenbeck liest aus ihrem neuen Roman 'Heimsuchung'



Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow liest aus dem Roman 'Die letzte Liebe des Präsidenten', der teilweise in Zürich und Leukerbad spielt

Katarina Faber erzählt in Ihrem Roman 'Fremde Signale' über drei Schutzengel

Zu den weiteren prominenten Namen zählten Anne Weber aus Deutschland, Gerhard Rühm aus Wien, Laszlo Krasznahorkai und Peter Nadas aus Ungarn sowie Zeruya Shalev aus Israel. Von den arrivierten Schweizer Autoren waren etwa der Altmeister Jörg Steiner und Lukas Bärfuss in Leukerbad. Als Überraschungsgast las Pedro Lenz, der eben erst in Klagenfurt von der Jury ungnädig behandelte Schweizer Kandidat im diesjährigen Bachmann-Wettbewerb.

Buchtipps: Jenny Erpenbeck: Heimsuchung, Eichborn, 2008. - Katarina Faber: Fremde Signale, Bilgerverlag, 2008. - Anne Weber: Gold im Mund, Suhrkamp, 2005. - Andrei Kurkow: Die letzte Liebe des Präsidenten, Diogenes, 2005. - Lukas Bärfuss: 'Hundert Tage', Wallenstein Verlag, 2008. - Péter Nádas: Parallelgeschichten (noch nicht auf Deutsch erschienen). - Ulrich Peltzer: Teil der Lösung, Ammann, 2007.

08 Juni, 2008

BUMMEL DURCH DIE ART 2008 IN BASEL

Richard Jackson: Big Girl, 2008


Der Kalifornier Richard Jackson (geboren 1939 in Sacramento) ist einer der eigenwilligsten Konzeptkünstler der ersten Stunde. Mit Richard Tuttle und Bruce Nauman – einem seiner ältesten Freunde – zählt er zu jener Künstlergeneration, deren vorrangiges Interesse nicht dem Objekt, sondern dem Entstehungsprozeß des Kunstwerks gilt. In Basel war er u.a. mit dem wunderschön kitschigen 'Big Girl' vertreten.


Rosemarie Trockel: Unbenannt, 1998 (Ausschnitt)

Seit Mitte der Achtzigerjahre entstehen Rosmarie Trockels Strickbilder und Strickobjekte, mit denen sie international bekannt wird. Trockel wählt bewusst ein Medium, das gemeinhin mit typischer Frauenarbeit assoziiert wird. Dieses negativ befrachtete Klischee konfrontiert sie zum einen mit der mechanischen Herstellungsweise durch die Strickmaschine, zum anderen mit der Wahl der am Computer entworfenen Zeichen. Die Strickbilder werden auf Leinwänden aufgespannt oder zieren Kleidungsstücke.

Jim Dine: Dark Legs, wide Eyes , 2007


Die Werke von Jim Dine haben oft einen autobiographischen Hintergrund. So ist er ist seit seinem sechsten Lebensjahr fasziniert von Carlo Collodis Figur Pinocchio. 46 Jahren später hat dann Jim Dine Pinocchio gezeichnet und auch einige Skulpturen geschaffen. Das Schicksal des armen Knaben, seine verbrannten Füsse, seine Nase, die bei jeder Lüge wächst und seine Ohren, die manchmal zu Eselsohren werden, hat Jim Dine berührt.

Tim Hawkinson: Doy

Tim Hawkinson wurde 1960 in San Francisco geboren, er lebt und arbeitet in Los Angeles. Es gibt keinen einheitlichen Stil im Werk von Hawkinson, das von einer sehr reichen Einbildungskraft zeugt. Hawkinson schafft sein Oeuvre mit der Freiheit eines Menschen, der nie den Applaus des Publikums sucht. Die Skulptur 'Doy' (eine Verbindung von 'boy' und 'dog') zeigt einen Jungen, dessen rechte Hand (die sieben Finger hat) besitzergreifend, ja sogar brutal den Kopf eines Hundes umfasst.

Thomas Hirschhorn: Hotel Democracy, 2003


Seit 2003 hat der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn die Schweiz aus politischen Gründen mit Ausstellungen boykottiert. Nun zeigte er erstmals in der "Art Unlimited" die monumentale Arbeit 'Hotel Democracy'. Sie besteht aus einem übergrossen Modell eines Hotels mit 44 Zimmern. Die Wände der einzelnen Zimmer sind mit Fotografien zugepflastert, die der Künstler in Zeitungen und Zeitschriften gefunden hat und die Szenen von Menschen zeigen, die für die Demokratie kämpfen.

Takashi Murakami: Oval Buddha, 2007

Dem 45-jährigen Takashi Murakami scheint in der 'Hall of Fame' der jüngeren Kunstgeschichte ein Platz gesichert zu sein. Spätestens nach der grossen Retrospektive, die derzeit im 'New Brooklyn Museum of Art' in New York stattfindet und die ab Herbst auch in Europa gezeigt wird, ist Murakami kein Geheimtipp mehr. Kommerz als künstlerisches Konzept, dazu ein wenig subversiv, ist so schön bunt und teuer. Die 'Art Unlimited' zeigte Murakamis “Oval Buddha”, eine fast sechs Meter hohe, platinfarbene Skulptur eines janusköpfigen Buddhas mit ovalem Gesicht in der Lotusposition. Das Werk wurde von einem unbekannten Käufer für sagenhafte 8 Millionen Dollar erworben.