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| Das heilige Pferd Shinme darf mit Rüben gefüttert werden. |
Chion-in in Kyoto
| Ein Laden in Uji, wo die süssen Leckerbissen aus Bohnenpaste gekauft werden können |
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| Das heilige Pferd Shinme darf mit Rüben gefüttert werden. |
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Jenny Erpenbeck liest aus ihrem neuen Roman 'Heimsuchung'
Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow liest aus dem Roman 'Die letzte Liebe des Präsidenten', der teilweise in Zürich und Leukerbad spielt
Katarina Faber erzählt in Ihrem Roman 'Fremde Signale' über drei Schutzengel
Zu den weiteren prominenten Namen zählten Anne Weber aus Deutschland, Gerhard Rühm aus Wien, Laszlo Krasznahorkai und Peter Nadas aus Ungarn sowie Zeruya Shalev aus Israel. Von den arrivierten Schweizer Autoren waren etwa der Altmeister Jörg Steiner und Lukas Bärfuss in Leukerbad. Als Überraschungsgast las Pedro Lenz, der eben erst in Klagenfurt von der Jury ungnädig behandelte Schweizer Kandidat im diesjährigen Bachmann-Wettbewerb.
Richard Jackson: Big Girl, 2008
Der Kalifornier Richard Jackson (geboren 1939 in Sacramento) ist einer der eigenwilligsten Konzeptkünstler der ersten Stunde. Mit Richard Tuttle und Bruce Nauman – einem seiner ältesten Freunde – zählt er zu jener Künstlergeneration, deren vorrangiges Interesse nicht dem Objekt, sondern dem Entstehungsprozeß des Kunstwerks gilt. In Basel war er u.a. mit dem wunderschön kitschigen 'Big Girl' vertreten.
Rosemarie Trockel: Unbenannt, 1998 (Ausschnitt)
Seit Mitte der Achtzigerjahre entstehen Rosmarie Trockels Strickbilder und Strickobjekte, mit denen sie international bekannt wird. Trockel wählt bewusst ein Medium, das gemeinhin mit typischer Frauenarbeit assoziiert wird. Dieses negativ befrachtete Klischee konfrontiert sie zum einen mit der mechanischen Herstellungsweise durch die Strickmaschine, zum anderen mit der Wahl der am Computer entworfenen Zeichen. Die Strickbilder werden auf Leinwänden aufgespannt oder zieren Kleidungsstücke.
Jim Dine: Dark Legs, wide Eyes , 2007
Die Werke von Jim Dine haben oft einen autobiographischen Hintergrund. So ist er ist seit seinem sechsten Lebensjahr fasziniert von Carlo Collodis Figur Pinocchio. 46 Jahren später hat dann Jim Dine Pinocchio gezeichnet und auch einige Skulpturen geschaffen. Das Schicksal des armen Knaben, seine verbrannten Füsse, seine Nase, die bei jeder Lüge wächst und seine Ohren, die manchmal zu Eselsohren werden, hat Jim Dine berührt.
Tim Hawkinson: Doy
Tim Hawkinson wurde 1960 in San Francisco geboren, er lebt und arbeitet in Los Angeles. Es gibt keinen einheitlichen Stil im Werk von Hawkinson, das von einer sehr reichen Einbildungskraft zeugt. Hawkinson schafft sein Oeuvre mit der Freiheit eines Menschen, der nie den Applaus des Publikums sucht. Die Skulptur 'Doy' (eine Verbindung von 'boy' und 'dog') zeigt einen Jungen, dessen rechte Hand (die sieben Finger hat) besitzergreifend, ja sogar brutal den Kopf eines Hundes umfasst.
Takashi Murakami: Oval Buddha, 2007
Dem 45-jährigen Takashi Murakami scheint in der 'Hall of Fame' der jüngeren Kunstgeschichte ein Platz gesichert zu sein. Spätestens nach der grossen Retrospektive, die derzeit im 'New Brooklyn Museum of Art' in New York stattfindet und die ab Herbst auch in Europa gezeigt wird, ist Murakami kein Geheimtipp mehr. Kommerz als künstlerisches Konzept, dazu ein wenig subversiv, ist so schön bunt und teuer. Die 'Art Unlimited' zeigte Murakamis “Oval Buddha”, eine fast sechs Meter hohe, platinfarbene Skulptur eines janusköpfigen Buddhas mit ovalem Gesicht in der Lotusposition. Das Werk wurde von einem unbekannten Käufer für sagenhafte 8 Millionen Dollar erworben.
Es passte an diesem Sonntag, den 1. Juni 2008, einfach alles zusammen bei dieser kulturellen "Literaturmeile" auf Schusters Rappen - der Wettergott sorgte für sommerliche Temperaturen, und an insgesamt sechs Stationen kam jede und jeder der über 80 kultur- und literaturbeflissenen SonntagsspaziergängerInnen auf die Kosten.
Den Auftakt im Hebelhüsli machten drei Schüler aus Hausen mit einem szenischen Gedicht des alemannischen Dichterfürsten. Markus Manfred Jung steuerte humorige Gedanken zum alemannischen Grußwort 'Soli' bei und trug eine Handvoll eigener Gedichte vor, unter anderem über das Wort als Asyl des Dichters, über die Raben und vom 'Go seggle go'. Für das leibliche Wohl gab es Gugelhopf und Tranksame.
Das Hebelhaus in Hausen im badischen Wiesental
Nach einem zwanzigminütigen Fußmarsch am Entegast entlang gab es an der Niederberghütte zunächst Stärkung in flüssiger und fester Form, ehe das 'Breite Liesele' auf gut Alemannisch Geschichten erzählte und Gedanken zu Johann Peter Hebel äußerte.
Die Niederberghütte
Es folgte wieder eine kleine Prozession in Richtung Schlössle Ehner-Fahrnau, wo in der historischen Scheune in der Nähe des Golfclubs das Duo 'Spootschicht' mit Berthold Hünenberger und Andreas Schaffrina alemannische Lieder vortrug. Es war etwas ungewohnt ein Lied von Kris Kristofferson, das einst Johnny Cash sang, im einheimischen Idiom zu hören.
An Station vier, dem Technikmuseum in Fahrnau, demonstrierte Harald Schwab-Strube zunächst, wie Linotype-Setzmaschinen funktionieren. Danach löffelten die TeilnehmerInnen eine historische Hecker-Suppe aus, bevor Reinhard Seiberlich einen Vortrag "Aus der Feder Georg Uehlins" hielt.
Das Technikmuseum in Fahrnau
Weiter ging's anschliessend zur Lenk-Plastik in der Altstadt von Schopfheim, wo erneut Reinhard Seiberlich mit einer flammenden Rede als badischer Revolutionär Friedrich Hecker vom Rathausbalkon herab die Bürgerschar zum Umsturz aufrief - rein literarisch natürlich. Gemeinsam wurde dann aus fast hundert Kehlen das badische revolutionäre 'Bürgerlied' von 1848 gesungen.
Friedrich Hecker (alias Reinhard Seiberlich) bei seiner Rede in Schopfheim
Ans Ziel kam die Literaturmeile schließlich im Museum der Stadt, wo Markus Manfred Jung Gedanken von Max Picard und von Hebel zum Fluss Wiese vortrug. Wer Lust und eine Restportion Kondition übrig hatte, konnte sich noch die Sonderausstellung 'Gestickte Poesie' zu Gemüte führen. Bei Kaffee und Erdbeerkuchen wurde schliesslich das Erlebte besprochen und gewürdigt. Ein grosser Dank an die Organisatoren, welche diesen Tag zum Erlebnis machten!
links: 2008.05.21., Mitte: Tanikawa Shuntarô, oben rechts: Kuree no tenshi (signiert vom Autor)
