01 März, 2010

 ERNST BEYELER (1921-2010)

Er war mit Giacometti, Picasso und Francis Bacon befreundet, gab dem Kunstmarkt mit der Gründung der Art Basel einen bis heute mächtig wirkenden Impuls - nun ist der Sammler, Händler und Museumsstifter Ernst Beyeler am 25. Februar 2010 im Alter von 88 Jahren gestorben.
Ernst Beyeler vor einer Collage von Henri Matisse (2007)

Ernst Beyeler war Mitbegründer der heute weltweit grössten Kunstmesse, der ART BASEL. Er selbst war über 50 Jahre als Kunsthändler aktiv und galt als einer der bestvernetzten Sammler klassischer Moderne: Am 25. Februar 2010 ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.
Als der "grösste Kunsthändler von allen" wurde Ernst Beyeler von der Malerwitwe Nina Kandinsky verehrt. Ernst Beyeler wurde am 16. Juli 1921 in Basel geboren. Der Sohn eines Bahnbeamten arbeitete in den vierziger Jahren in einem Antiquariat in Basel, das er 1945 übernahm und zu einer erfolgreichen Galerie ausbaute. Seit 1951 war er als Galerist und Kunsthändler international tätig.
Ernst Beyeler an der ART in Basel 1970. (Foto: Kurt Wyss)

Beyelers Erfolg gründete vor allem auf dem Erwerb von unterbewerteter Qualität; so kaufte er Bilder von Monet, Matisse, Picasso und setzte auf Cézanne und Giacometti, bevor deren Preise ins unermessliche stiegen. Rund 16000 Werke - darunter etwa 1200 Picassos und 600 Klees - hat der Grandseigneur der Kunstszene, der von seiner Frau Hildy bis zu ihrem Tod 2008 unterstützt wurde, im Laufe der Jahrzehnte verkauft.
1982 wurden seine Bilder in eine Stiftung überführt. 1997 kam die Sammlung in einen Bau des Architekten Renzo Piano nach Riehen bei Basel. Das Museum Fondation Beyeler begeistert seither Besucher aus aller Welt.
Gezeigt werden dort neben Werken von Cézanne, Picasso, Rousseau, Mondrian, Klee, Ernst, Matisse, Newman, Bacon, Dubuffet und Baselitz, mit denen Beyeler zum Teil befreundet war, auch ausgewählte Objekte aus Afrika, Alaska und Ozeanien. Daneben gibt es regelmässig Sonderausstellungen, zur Zeit werden die Werke des *Douaniers" Henri Rousseau ausgestellt.
Ernst Beyeler engagierte sich - neben seiner grossen Leidenschaft für die Kunst - auch aktiv für die Natur und den Schutz unserer Umwelt. 2002 gründeten er und seine Frau Hildy die Stiftung für den Tropenwald

31 Januar, 2010

DER WINTER IM TESSIN

Das Tessin hat im Winter, besonders über Weihnachten und Neujahr, seinen besonderen Reiz. Es gibt relativ wenige Touristen und die TessinerInnen sind fast unter sich. Viele Hotels sind geschlossen.

An einem milden Wintertag kann man das weih nächtliche Ascona geniessen

Die Kirchen haben Ihre Weihnachtskrippen aufgebaut, die meistens gross und liebevoll dekoriert sind. Im Dorfkern ("Nucleo") von Vira werden jedes Jahr im Advent von Schulklassen immer wieder neue Weihnachtsdekorationen aufgebaut, die bis zum Dreikönigstag zu sehen sind.

Eine Weihnachtskrippe in einer Kirche in Locarno


Eine Weihnachtsdekoration im Dorfkern von Vira (Gambarogno)


Die Neujahrsrede der Bürgermeisterin von Locarno, Carla Speziali


Um die Mittagszeit des 1. Januar 2010 findet auf der Piazza Grande ein Neujahrsapéro statt. Eine Blaskapelle spielt und singt Tessiner Lieder und die Bürgermeisterin oder jemand von der Stadtregierung hält eine Neujahrsrede, welche einen Rückblick auf das vergangene Jahr bietet. Kaminfeger ("spazzacamini") verteilen Glücksbringer, früher waren es Einräppler, jetzt sind es Glückskäfer aus Schokolade.

Ein Restaurant auf Cardada oberhalb von Locarno

Auch Wintersport ist möglich und zwar auf Locarnos Hausberg Cardada/Cimetta, der mit dem Funicolare (via Madonna del Sasso) und mit einer von Mario Botta entworfenen Schwebebahn erreicht werden kann. Wer nicht soviel Zeit hat, kann seit einigen Jahren im Advent auf der Piazza Grande von Locarno auf einer Kunsteisbahn seine Runden drehen.

Die Kunsteisbahn auf der Piazza Grande in Locarno

18 Oktober, 2009

HERBST IN RIEHEN

Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis "Herbstlied" 1782,

Bunt sind schon die Wälder

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.
Herbst in den Langen Erlen bei Basel
Herbstimpressionen in den "Langen Erlen"


Blick von der St. Chrischona
Herbst auf St. Chrischona

01 November, 2008

BILDER AUS JAPAN

Bilder einer Reise durch Japan im Oktober 2008.

Kamigamo-jinja in Kyoto

Das ist einer der ältesten Schreine Japans, er wurde 679 errichtet. Der Schrein ist dem Gott der Ernte gewidmet und ist ein typisches Beispiel des Nagare-Stils. Die grosse Anlage umfasst etwa 40 Gebäude.

Das heilige Pferd Shinme darf mit Rüben gefüttert werden.



Einer der Tore des Kamigamo-jinja

Chion-in in Kyoto


Der Tempel Chion-in wurde 1234 erbaut. Wegen Erdbebens und Feuersbrünsten stammen die meisten Gebäude der riesigen Anlage allerdings aus dem 17. Jahrhundert. 2002 wurde der Chion-in im Film The Last Samurai als Schloss Edo verwendet.
Der Plan der Tempelanlage
Das Eingangstor des Chion-in

Uji


Byodo-in Tempel in Uji
Byodo-in Tempel in Uji: Die Phoenixhalle aus dem Jahre 1053. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe. Ihre Form erinnert an die Umrisse des sagenhaften Vogels Phoenix. Im Innern der Halle steht eine Statue von Amida und befinden sich 52 Bosatsu (Bodhisattva).


Ein Laden in Uji, wo die süssen Leckerbissen aus Bohnenpaste gekauft werden können



Die Stadt Hikone am Biwasee

Dieser kleine, unbekannte Schrein ist mit schönen Schnitzereien verziert und schön bemalt.



Das Schloss von Hikone


Ohara

Tempel sanzen-in in Ohara
Warabe im Garten des Tempels sanzen-in



Kamakura
Daibutsu (Grosser Buddha)



Der Tempel Hase-dera


Tokyo

Meji-Schrein

Watari-um, Museum für moderne Kunst, gebaut vom Schweizer Architekten Mario Botta

Swiss Chalet Mini im Stadtteil Nippori in Tokyo



Ashikaga

Watsuda-Staudamm bei Ashikaga mit einer Kunstinstallation
(Azaleen) des deutschen Künstlers Klaus Dauven

Kanazawa

Der neue Bahnhof von Kanazawa vereint Tradition und Moderne



Das Schloss von Kanazawa

19 August, 2008

MECKLENBURG-VORPOMMERN
Treten Sie ein in meine Bildergalerie und erleben Sie eine Reise zu alten Hansestädte Rostock, Stralsund und Wismar, zur Barlachstadt Güstrow, an die Ostsee und auf die Inseln Rügen und Hiddensee .
Haustüre in der Altstadt von Stralsund

Das Rathaus in Rostock

Die Wasserkunst aus der Renaissance auf dem Markt von Wismar


Der Bahnhof des Ostseebads Heiligendamm

Die Kathedrale von Bad Doberan

Das Schloss in Schwerin

Das Atelier des Künstlers Ernst Barlach in Güstrow

Schöne Bäderarchitektur in Binz auf Rügen


Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsvorsprung im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen.

Die autofreie Insel Hiddensee - ein Paradies für Radfahrer

Die Gorch Fock im Hafen von Stralsund


19 Juli, 2008

DIE ERSTEN KREUZWORTRAETSEL IN RUSSLAND

Das erste in russischer Sprache konzipierte Kreuzworträtsel erschien 1926 im Leningrader Magazin 'Die Welt der Abenteuer'. 1929 erschienen die ersten Kreuzworträtsel in 'Ogonjok', der ersten Illustrierten Russlands. Da Kreuzworträtsel eine Erfindung des kapitalistischen Westens waren, mussten sie erst legitimiert werden. Die Beschäftigung wurde deshalb als untadeliges proletarisches Tun hingestellt. So wurde im redaktionellen Vorspann von 'Ogonjok' folgende Begründung gedruckt: 'Kapitalisten ziehen es vor, bei Bridge und Foxtrott zu degenerieren, und überlassen das Kreuzworträtsel der werktätigen Bevölkerung."

Vladimir Nabokov als Verfasser von Schachproblemen und Kreuzworträtseln

Der grosse Romancier Vladimir Nabokov (Lolita, Lushins Verteidigung) besass neben seinem bedeutenden literarischen Schaffen noch zwei weitere Leidenschaften, die ihm in Fachkreisen einen gewissen Ruhm einbrachten: die Schmetterlingsjagd und die Komposition von Schachproblemen. Einige davon wurden in einem seiner letzten Bücher 'Poems and Problems' 1970 publiziert. Unten ein Beispiel aus diesem Buch.


Matt in drei Zügen (Vladimir Nabokov)

Dass Nabokov Schachprobleme schuf, ist ziemlich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es von ihm auch Kreuzworträtsel in grosser Zahl gibt. Er prägt sogar ein neues russisches Wort für Kreuzworträtsel. Anstelle des zunächst in Russland eingebürgerten Fremdworts 'krossvord" schuf er den eigenen russischen Begriff 'krestoslovica' ('krest' = Kreuz, 'slovo' = Wort). Nabokov publizierte in seiner Berliner Exilzeit für die Zeitschrift "Rul" (die von seinem Vater gegründet worden war) auch englische Kreuzworträtsel.
Es erstaunt nicht , dass sich Nabokov mit Kreuzworträtseln beschäftige, hatte er doch ein grosses Interesse an Buchstaben- und Wortspielen. Wenn Nabokov als Autor von Schachaufgaben seine Qualitäten wie Erfindungsgeist und Präzision zur Geltung bringt, tut er dies auch bei der Abfassung von Kreuzworträtseln. Er bescheinigt der Beschäftigung mit Kreuzworträtseln - ebenso wie derjenigen mit dem Schach - eine 'höchste extravagante Sterilität'. Das ist für Nabokov kein Mangel, vielmehr entsprach es dem, was er von der Kunst gefordert hat. Sie soll nämlich 'ohne jeden Nutzen' sein und sei in Ihren Nutzlosigkeit göttlich.


Vladimir Nabokov

07 Juli, 2008

13. LITERATURFESTIVAL IN LEUKERBAD

Das internationale Literaturfestival von Leukerbad will den französischen Sprachraum künftig stärker berücksichtigen. Schon die diesjährige 13. Ausgabe des Festivals habe einen "deutlichen accent" gehabt, schreiben die Veranstalter. Aus der Westschweiz waren die Autorinnen Rose-Marie Pagnard und Marie-Jeanne Urech präsent, aus Frankreich Marie Ndiaye und Cécile Wajsbrot und aus Senegal Fatou Diome. Besonders erfreut zeigte sich die Festivalleitung laut Communiqué über die deutlich gestiegene Besucherzahl aus der Romandie und aus Frankreich. Insgesamt wurden 1300 Eintritte verzeichnet, eher mehr als in früheren Jahren. Rund zwei Dutzend Autorinnen und Autoren lasen in Hotelbars, auf Kurhaus-Terrassen, in einem trockengelegten Hallenbad oder während einer Wanderung durch die Dala-Schlucht.
Der Schriftsteller Ulrich Peltzer konnte während des Festivals im Bischofsschloss der Stadt Leuk den Spycher Literaturpreis entgegennehmen.

Jenny Erpenbeck liest aus ihrem neuen Roman 'Heimsuchung'



Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow liest aus dem Roman 'Die letzte Liebe des Präsidenten', der teilweise in Zürich und Leukerbad spielt

Katarina Faber erzählt in Ihrem Roman 'Fremde Signale' über drei Schutzengel

Zu den weiteren prominenten Namen zählten Anne Weber aus Deutschland, Gerhard Rühm aus Wien, Laszlo Krasznahorkai und Peter Nadas aus Ungarn sowie Zeruya Shalev aus Israel. Von den arrivierten Schweizer Autoren waren etwa der Altmeister Jörg Steiner und Lukas Bärfuss in Leukerbad. Als Überraschungsgast las Pedro Lenz, der eben erst in Klagenfurt von der Jury ungnädig behandelte Schweizer Kandidat im diesjährigen Bachmann-Wettbewerb.

Buchtipps: Jenny Erpenbeck: Heimsuchung, Eichborn, 2008. - Katarina Faber: Fremde Signale, Bilgerverlag, 2008. - Anne Weber: Gold im Mund, Suhrkamp, 2005. - Andrei Kurkow: Die letzte Liebe des Präsidenten, Diogenes, 2005. - Lukas Bärfuss: 'Hundert Tage', Wallenstein Verlag, 2008. - Péter Nádas: Parallelgeschichten (noch nicht auf Deutsch erschienen). - Ulrich Peltzer: Teil der Lösung, Ammann, 2007.