
11 Februar, 2008

20 Januar, 2008
Mit 14 wurde Fischer jüngster amerikanischer Schachmeister
Robert James Fischer, genannt Bobby, wurde am 9. März 1943 in Chicago geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn, bei seiner alleinerziehenden Mutter Regina auf. Mit sechs bekam Fischer sein erstes Schachbrett, mit 14 wurde er jüngster amerikanischer Meister. Ein Jahr später brach er die Schule ab - obwohl ihm ein Intelligenzquotient von 184 attestiert wurde. Er galt als überdurchschnittlich begabt und unfassbar unbequem.


Ein eigenartiger Egozentriker wird Schachweltmeister
Das ganze Drama um Bobby Fischer begann im Sommer 1972 in einer schmucklosen Halle in Reykjavik. Dort fand der Schaukampf der Supermächte statt, ein Turnier Ost gegen West. Er sollte den USA endlich zum Ruhm verhelfen. Doch Fischer lehnte ab mit der Begründung, das Preisgeld von damals 375.000 Mark sei ihm zu wenig. Erst auf Bitten von Henry Kissinger ("Amerika wünscht sich, dass Sie hinfahren und den Russen besiegen") und einem zusätzlichen Scheck eines Londoner Bankmillionärs, ließ sich Fischer umstimmen. Die Sonderwünsche Fischers arteten derart aus, dass der sowjetische Geheimdienst KGB kapitalistische Sabotage witterte und sogar Fischers Stuhl mit Röntgenstrahlen auf Wanzen überprüfte. Es nützte ihnen nichts. Fischer gewann. Und wurde weltweit zum Helden. "Die ganze Welt ist schachverrückt", jubelte nach seinem Sieg der britische "Daily Telegraph".
Fischer verliert den Weltmeistertitel, taucht ab und versucht ein Comeback
Der 11. September als "wundervolle Neuigkeit"
Als am 11. September nach dem Terrorangriff auf New York die Türme des World Trade Centers einstürzten, pries Fischer im Radio die Attacke als "wundervolle Neuigkeit". Das FBI forcierte die Ermittlungen gegen ihn. Doch erst 2004 gelang es der japanischen Polizei, ihn am Flughafen von Tokio zu verhaften. Fischer kam ins Gefängnis. Mit Unterstützung seiner langjährigen Lebensgefährtin Miyoko Watai, damals Präsidentin des japanischen Schachverbands, bemühte sich Bobby Fischer um Asyl. Rund 600 Schachfans kämpften für ihr Idol. Fischer beklagte sich, dass er in Haft angeblich neben einem defekten Atomreaktor leben müsse. Sollte man ihn in die USA ausliefern, würde er garantiert "ermordet" werden, so Fischer.
Acht Monate später, an seinem 62. Geburtstag, erhielt der Ex-Schachweltmeister schließlich einen isländischen Ausländerpass, den die japanischen Behörden zunächst nicht anerkannten. Erst als ihm obendrein die isländische Staatsbürgerschaft zuteil wurde, durfte Fischer in Begleitung seiner Lebensgefährtin, mit der er sich noch in der Haft verlobte, ausreisen. bobby Fischer verbrachte seine letzten Lebensjahre in Island, wo er schliesslich, nach längerer Krankheit, am 17. Januar 2008 im Alter von 64 Jahren an Nierenversagen starb.
12 Januar, 2008
Die Wandmalerei, welche Max Ernst im Sommer 1934 für das Dancing Mascotte im Corso-Theater am Zürcher Bellevue realisiert hat, misst immerhin 415 x 531 cm. Jahrzehntelang dienten die "Pétales et jardin de la nymphe Ancolie", fleischrote Blüten auf grünen Blättern im schwerelosen Raum, als Lust bringender Hintergrund für tanzende Paare. Wegen Beschädigungen im unteren Bildteil wurde der Hintergrund zweimal schlammgrau übermalt und das Ganze gefirnisst, bevor das üppige vegetabile Gelage entfernt und in Tafeln zerlegt dem Kunsthaus Zürich anvertraut wurde.
Nun wird das für das Schaffen von Max Ernst nicht nur wegen seinen Dimensionen zentrale Werk endlich restauriert. Die Ausstellungsbesucher werden die Metamorphose der einzelnen Bildtafeln von grau zu hellblau vor Ort in einem speziell eingerichteten Schauatelier im 1. Stock erleben können, und damit die Entstehung und Erscheinung eines verwandelten Auftritts. Die thematische Ausstellung stellt das wiedergeborene Wandbild ganz ins Zentrum.

Mit seiner experimentellen Auslotung des Mediums der Collage und der Erfindungen neuer künstlerischer Techniken – etwa der Frottage und der Grattage – hat Max Ernst bahnbrechende Möglichkeiten eröffnet. Er wollte nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern seine Arbeiten waren als revolutionärer Ausdruck einer anderen, neuen Lebensform gedacht, die alle bestehenden gesellschaftlichen und künstlerischen Werte in Frage stellte: "Wie mein Benehmen, so ist auch mein Werk: nicht harmonisch im Sinne der klassischen Komponisten, nicht einmal im Sinne der klassischen Revolutionäre. Aufrührerisch, ungleichmässig, widersprüchlich, ist es für die Spezialisten der Kunst, der Kultur, des Benehmens, der Logik, der Moral unannehmbar. Es hat dafür die Gabe, meine Komplizen: die Dichter, die Pataphysiker und ein paar Analphabeten zu bezaubern".
08 Dezember, 2007
25 November, 2007
17 November, 2007



Bilder: Autoportrait à l’âge de vingt ans, 1885; Les planches à Etretat, 1899; Poivrons rouges, 1915; La visite, 1899; Nu sur fond jaune, 1922. - Die Ausstellung dauert noch bis zum 13. Januar 2008.




