01 April, 2007

LANZAROTE MON AMOUR


Diese karge, vulkanische Insel hat mich immer wieder in ihren Bann gezogen. Und es gibt immer noch viele charmante Hotels neben den üblichen Bettenburgen. In Playa Blanca an der Südküste ist das Casa del Embajador (Haus des Botschafters) sehr zu empfehlen. Es hat nur 12 Zimmer und ist in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts untergebracht. Es liegt direkt oberhalb der Fussgängerpromenade und bietet einen wunderbaren Blick auf das Meer und die Nachbarinsel Fuerteventura sowieso auf das Eiland Isla de Lobos . Bild 1: Casa del Embajador.

Besonders schön ist das Landesinnere der Insel mit vielen pittoresken Landschaften und alten Fincas zum Uebernachten. Der Ort Yaiza wurde zweimal zum schönsten Dorf Spaniens gewählt, er hat den Charakter eines marokkanischen Dorfes. Bild 2: Die Kirche von Yaiza, Nuestra Señora de los Remedios .

16 März, 2007

EDVARD MUNCH-RETROSPEKTIVE IN DER FONDATION BEYELER


Die Fondation Beyeler in Riehen/Schweiz präsentiert Edvard Munch als Pionier der Moderne. "Edvard Munch. Zeichen der Moderne" sei "die umfangreichste und hochkarätigste Munch-Ausstellung außerhalb Norwegens seit dem Tod des Künstlers", sagte Fondation-Direktor Vitali am Donnerstag. Laut Kurator Buchhart ist sie die "erste Ausstellung, die sich der Moderne in Munchs Werk widmet". Die Schau umfasst rund 130 Gemälde, 80 Zeichnungen und druckgrafische Arbeiten aus allen Schaffensperioden des norwegischen Malers und Grafikers (1863-1944). Darunter findet sich Bekanntes wie "Das kranke Kind", "Madonna" oder "Melancholie", aber auch zahlreiche seit Munchs Tod kaum oder nie gezeigte Werke aus Privatsammlungen. Nicht dabei ist das Gemälde "Der Schrei", das 2004 bei einem Raub aus dem Munch-Museum in Oslo irreparabel beschädigt wurde. Man habe sich wegen der Ereignisse nicht mehr um das Werk bemüht, und Varianten davon seien wegen Exportverboten oder anderer Gründe nicht in Frage gekommen, sagten Vitali und Buchhart.

Das Überschreiten der Grenzen zwischen Malerei und anderen Medien, das Experimentelle und die Betonung des Prozessualen wiesen Munch als Vertreter der Moderne aus, sagte Buchhart. So unterzog Munch Werke gar der so genannten "Rosskur" und setzte sie der Witterung im Freien aus, womit der natürliche Zerfall Teil des Werks wurde. Kein anderer Künstler widersetzte sich zudem so stark den Konventionen seiner Zeit, wie Buchhart sagte: Munch sei "einmalig radikal" gewesen. Einsamkeit, Liebe und Tod sind die großen Themen Munchs, die er in wohl unvergleichlicher Eindringlichkeit behandelt. Die feierliche Eröffnung mit Königin Sonja von Norwegen fand am Samstag 17. März 2007 statt.
Nach der kleineren Ausstellung von Werken Munchs in Palma de Mallorca im letzten Herbst (siehe mein Archiv) kommt Munch einmal mehr zu Ehren. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen wurde um eine Woche verlängert und dauert noch bis zum 22. Juli 2007.



10 März, 2007

FRANCESCA DE MARTIN : «GLÜCK(S)LOS»



Francesca De Martin ist 1961 in Vittorio Veneto, einer kleinen Stadt in Nord-Italien, geboren. Seit 1979 mischt sie in der Theaterszene mit als Kabarettistin, Clownin, Philosophin und Komödiantin. Mit 20 Jahren kam Francesca De Martin nach Deutschland kam. Sie ist eine detailverliebte, bildhafte Geschichtenerzählerin und Komödiantin, ein wunderbarer Clown und eine witzige Trösterin. Liebe und Optimismus regieren, wenn sie den Bogen von ihrer katholisch geprägten Erziehung in Italien zu ihrem heutigen Umfeld in Deutschland oder vom Anfang der Menschheit zu den Abgründen der Moderne spannt. Francesca De Martin passt in keine Schublade. Sie hat die harte Schule des Strassentheaters absolviert. Schauspielerisch ist sie ein Kind der Commedia dell’Arte. Zu ihrem Redeschwall gesellt sich eine Körpersprache zwischen Slapstick und Pantomime. Doch womit sie am meisten imponiert, sind ihre Geschichten und Spielsituationen. Auf der Suche nach dem Glück(s)los rast sie zwei Stunden lang durch hunderte Geschichten vor dem Hintergrund der Turbulenzen einer Kindheit in einer chaotischen Grossfamilie. Dabei ist ihr mit Glück(s)los ein Glückswurf gelungen: Herrlich erfrischend, wie es wohl nur eine Italienerin machen kann, die sich nach Deutschland verirrt hat.

26 Februar, 2007

KABARETTIST CESAR KEISER GESTORBEN



Der «Grand Old Man» des Schweizer Kabaretts, César Keiser, ist tot. Er verstarb am Sonntag im Alter von 82 Jahren an einem Herzversagen, wie sein Sohn, Lorenz Keiser, am Montag mitteilte. Zusammen mit seiner Frau Margrit Läubli wurde César Keiser seit den frühen sechziger Jahren besonders mit seinen «Opus»-Produktionen bekannt.
César Keiser hat die Schweizer Kabarett-Geschichte jahrzehntelang entscheidend mitgeprägt. «Cés» Keiser, mit bürgerlichem Vornamen Hanspeter, wurde am 4. April 1925 in Basel geboren. Er machte vorerst eine Ausbildung zum Fachlehrer in Zeichnen, Schreiben und Hand-arbeiten. 1947 gründete er mit Kollegen das Studenten-cabaret «Kikeriki».
Ein paar Jahre später wechselte er als Autor ans Cabaret «Fédéral». In dieser Formation wurde er in den fünfziger Jahren berühmt. Dort lernte er auch die Schauspielerin und Tänzerin Margrit Läubli kennen, die er später heiratete. Das Ehepaar hat zwei Söhne. Sohn Lorenz Keiser zählt seit Jahren ebenfalls zu den renommiertesten Kabarettisten der Schweiz.
Auf ihrer Abschiedstournee lasen die beiden ehemaligen CORNICHON-Preisträger aus dem „Grossen César Keiser Cabaret Buch“, das eine Sammlung keiserlicher Cabaret-Texte ist, die der Autor sich und seiner Partnerin auf den Leib geschrieben hat. Darin sind die berühmten Limericks von César Keiser zu finden. Hier zwei Kostproben:

"Drei Herren aus Terzen mit Karten
Die harrten auf den Vierten in Quarten
Der Vierte jedoch
Sass in Quinten im Loch -
Da kann man in Quarten lang warten." (Opus 3, 1964)

"Da bekehrte ein Doktor aus Schweden
Kannibalen zu schalen Diäten
Paar Wochen ging's fein
Dann bekam leider ein
Kannibal Appetit - Lasst uns beten!" (Opus 11, 1985)


Am 12. März 2007 fand im Grossmünster in Zürich eine eindrückliche Gedenkfeier statt.

16 Februar, 2007

ARNIM TÖPEL: NEWA DE KAPP

Bemerkenswert: Da wird einer im gesamten deutschsprachigen Raum für seine sprachliche Eleganz und als Philosoph unter den Kabarettisten gelobt, bereist seit 1999 beständig die Bühnen zwischen Sylt und Luzern und plötzlich wartet er mit einem Mundart-Programm auf. Als gebürtiger Heidelberger hat Arnim Töpel eben auch eine Kurpfälzer Seele. Und eine Mission: Dialekt ist nicht zwangsläufig dumpfe Blödelei, Dialekt ist direkt und bereichernd. Und Kurpfälzisch eignet sich vorzüglich für eine Fülle neuer Töpel-Songs. Es war also an der Zeit für ein Mundart-Programm. «Wemm gheerschn Du?», diese im Grunde tief- und scharfsinnige Frage beschäftigt Arnim Töpel schliesslich seit Kindertagen. Nach Juristerei und Radiotalk hatte sich Arnim Töpel entschieden, die Kleinkunstbühne zum alleinigen Arbeitsort zu machen. Zum Glück und mit Riesenerfolg! Für seine hochgelobte Kabarettkunst am Klavier hat er diverse Auszeichnungen eingeheimst. Töpel verführt sein Publikum mit haarscharfem, intelligentem Wortwitz, echter Selbstironie, brillanter Musikbegleitung und einer Stimme, die unter die Haut geht.
Der Philosoph unter den Kabarettisten und Pianist ARNIM TÖPEL aus Heidelberg hat mit seinem ersten Mundartprogramm «NEWA DE KAPP» Schweizer Premiere. Nur noch heute Samstag, 17. Februar 2007 um 20.30 Uhr im Theater Teufelhof in Basel.

04 Februar, 2007

DAS KAMEL IM KREISEL

Grosshöchstetten ist im Festtaumel: Heute wird der nagelneue Verkehrskreisel eingeweiht. In der Kreiselmitte steht - ein Kamel. Das ganze Dorf ist da, lauscht den Ansprachen und bewundert die eigenwillige Kreiselkunst. Auch Schön. Georg Schön, Metzgerssohn, nie gross aus Grosshöchstetten raus gekommen. Und Gut. Katharina Gut, Matrosentochter aus Hamburg, mit Emmentaler Wurzeln. Sie ist unterwegs in delikater Mission: Sie hat einen Hof samt Kuh geerbt und sucht einen Bauern, Heirat nicht ausgeschlossen. Wenn das nur gut geht.

Herr Schön und Frau Gut, die wundersamen Figuren aus dem ersten Bühnenprogramm von schön&gut, treffen wieder aufeinander, und wieder ist ein Feuerwerk garantiert von Fantasie, Wortwitz, Poesie und politischer und gesellschaftlicher Satire. Und die Spannung ist gross: Findet Frau Gut ihren Bauern oder entscheidet sie sich für den Metzger? Was hat das für Folgen für die Kuh? Und über allem thront die letzte grosse Frage: Wie um Himmels Willen kam das Kamel in den Kreisel?

Zweieinhalb Jahre lang und über 150 Mal spielten «schön&gut» ihr erstes Bühnenprogramm «Eine Liebesgeschichte», die wundersamen Episoden aus dem Leben von Katharina Gut und Georg Schön, ausgezeichnet mit dem «Salzburger Stier» 2004. Seien Sie nun gespannt auf das neue Programm der zwei jungen Schweizer Kabarettisten Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter.

30 Januar, 2007

KARPOW AM WEF IN DAVOS

Was tut ein erfolgsverwöhnter Global Leader, wenn er wieder einmal Lust auf eine Niederlage hat? Wie wär es mit einer Partie Schach gegen Anatoli Karpow? Der russische Grossmeister spielte im Hotel Belvedere gegen neun Gegner und eine Gegnerin simultan und besiegte sie alle in 45 Minuten. Am längsten widerstand dem Ex-Schachweltmeister nicht etwa einer der Wirtschaftsmänner, sondern die einzige Frau: Brooke Johnston vertrieb sich auf diese Weise die Zeit, während ihr Freund, der Easy-Jet-Gründer Stelios Haji-Ioannou, seinen Geschäften nachging.