links: 2008.05.21., Mitte: Tanikawa Shuntarô, oben rechts: Kuree no tenshi (signiert vom Autor)

Paul Klee: der Fels der Engel, 1939
links: 2008.05.21., Mitte: Tanikawa Shuntarô, oben rechts: Kuree no tenshi (signiert vom Autor)

Der Entdecker von LSD, Albert Hofmann, ist am 29. April 2008 im Alter von 102 Jahren in seinem Haus in Burg im Leimental in der Schweiz verstorben.
Albert Hofmann wurde am 11. Januar 1906 in Baden in der Schweiz geboren. 1931 wurde er Chemiker in der Forschung für das Schweizer Arzneimittelunternehmen Sandoz AG in Basel. Sein Betätigungsfeld war die Isolierung pflanzlicher Wirkstoffe. Hofmann wurde Leiter der Abteilung Naturstoffe der pharmazeutisch-chemischen Laboratorien und Vizedirektor des Pharmazieunternehmens. In seiner über vierzigjährigen Tätigkeit entwickelte er überaus erfolgreiche Arzneimittel. Zu seinen Entwicklungen zählen unter anderem, das kreislauf- und blutdruckstabilisierende Dihydergot, das gebärmutterkontrahierende und blutstillende Methergin oder das durchblutungsfördernde Geriatrikum Hydergin.
Im Jahre 1938 hätte sich Albert Hofmann wohl nicht träumen lassen, dass er eine chemische Verbindung entdeckte, welche später grosses Aufsehen erregen sollte. Er war eigentlich auf der Suche nach einer Substanz, die den Kreislauf stimuliert. Aus Mutterkorn, einem Getreidepilz, synthetisierte Hofmann 1938 das Lysergsäurediethylamid. Im Tierversuch enttäuschte das LSD - es zeigte keinerlei der gesuchten Eigenschaften. Hofmann verlor das Interesse. Erst am 16. April 1943 wiederholte Hofmann die Synthese von LSD und stieß dabei zufällig auf die erstaunliche Wirkung der Droge: Er hatte während der Herstellung etwas LSD eingenommen. Auf dem Heimweg aus dem Labor erlebte Hofmann den ersten LSD-Trip der Geschichte: "Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel", berichtet Hofmann. "Eine furchtbare Angst, wahnsinnig zu werden, packte mich, ich war in eine andere Welt geraten. [...] Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. Alles im Raum drehte sich, und die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt."

Es ist immmer wieder spannend, Hofmanns Buch 'LSD - mein Sorgenkind' aus dem Jahre 1979 zu lesen. Hofmann erzählt u.a. darin über seinen ungewollten ersten LSD-Trip im Jahre 1943. LSD ist eine weiß-kristalline Substanz. Schon geringe Mengen - ein halbes Mikrogramm je Kilo Körpergewicht - verändern die Wahrnehmung der Außenwelt für mehrere Stunden. Wie LSD wirkt, ist sehr individuell: Manche Menschen erleben eine Euphorie, andere panische Angstzustände ("Horror-Trip"). LSD wurde in der Nachkriegszeit zur Modedroge, gemeinsam mit weiteren Psychopharmaka. Schriftsteller wie Aldous Huxley oder Rauschgurus wie der US-Professor Timothy Leary priesen den LSD-Trip als eine Art Königsweg zu einem neuen, geläuterten Bewusstsein. Mit zunehmendem Alter interessierte sich Hofmann auch für ökologische Angelegenheiten. Im philosophischen Bereich setzt er sich mit der Frage: Was ist Wirklichkeit? auseinander.

In Bari werden die Gebeine des heiligen Nikolaus von Myra in der Basilika S. Nicola aufbewahrt. 1087 entwendeten Kaufleute die Gebeine des Bischofs aus der Kirche zu Myra, um sie nach Bari zu bringen. Dort errichtete man auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika, die Papst Urban II. 1098 weihte.
Die Stadt Lecce ist bekannt für seine wunderschönen barocken Bauten. Die Basilika Santa Croce wurde 1353 begonnen, der Förderer der Arbeiten, Gualtiero VI. di Brienne starb schon drei Jahre später. Das hatte zur Folge, dass die Bauarbeiten erst 1549, dank der Architekten Gabriele Riccardi, Giuseppe Zimbalo und Cesare Penna aus Lecce wieder aufgenommen wurden. Man schloss die Arbeiten 150 Jahre später ab. Die außerordentliche Fassade im Stil des 16. Jhdts. im unteren, des 17. im oberen Teil, zusammen mit dem angrenzenden Kloster der Celestiner, ist eines der grandiosesten Beispiele barocker Baukunst in Apulien.
Trani besitzt in seiner direkt am Meer gelegenen weißen Kathedrale eines der schönsten Kunstwerke des Landes. Ihr Name ist „S. Nicola il Pellegrino“, also Nikolaus, der Pilger. Sie wurde 1097 begonnen, trat aber erst 1159-86 in ihre entscheidende Bauphase. Die dem Hl. Nicola Pellegrino gewidmete, quer gebaute Krypta wurde im 12. Jahrhundert entworfen und 1142 beendet; sie besteht aus 42 Vierungen, die von 28 Säulen aus griechischem Marmor getragen werden, mit Kapitellen aus dem gleichen Stein.
Otranto liegt am südlichen Ende der Ostküste Italiens auf der Halbinsel Salento. Hauptanziehungspunkte der Stadt sind die Kathedrale mit den Mosaiken (1163-1165), die Festung Castello Aragonese sowie die kleine byzantinische Kirche San Pietro. Vor allem die von einer mächtigen Stadtmauer umschlossene Altstadt ist im Sommer eine Hauptattraktion. Sonntag Nachmittag wird die Uferstraße von der Porta Terra an für den Durchgangsverkehr gesperrt und für die Otrantiner Familien reserviert, die dort entlang flanieren ("Passeggio").

Mit 14 wurde Fischer jüngster amerikanischer Schachmeister
Robert James Fischer, genannt Bobby, wurde am 9. März 1943 in Chicago geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn, bei seiner alleinerziehenden Mutter Regina auf. Mit sechs bekam Fischer sein erstes Schachbrett, mit 14 wurde er jüngster amerikanischer Meister. Ein Jahr später brach er die Schule ab - obwohl ihm ein Intelligenzquotient von 184 attestiert wurde. Er galt als überdurchschnittlich begabt und unfassbar unbequem.


Ein eigenartiger Egozentriker wird Schachweltmeister
Das ganze Drama um Bobby Fischer begann im Sommer 1972 in einer schmucklosen Halle in Reykjavik. Dort fand der Schaukampf der Supermächte statt, ein Turnier Ost gegen West. Er sollte den USA endlich zum Ruhm verhelfen. Doch Fischer lehnte ab mit der Begründung, das Preisgeld von damals 375.000 Mark sei ihm zu wenig. Erst auf Bitten von Henry Kissinger ("Amerika wünscht sich, dass Sie hinfahren und den Russen besiegen") und einem zusätzlichen Scheck eines Londoner Bankmillionärs, ließ sich Fischer umstimmen. Die Sonderwünsche Fischers arteten derart aus, dass der sowjetische Geheimdienst KGB kapitalistische Sabotage witterte und sogar Fischers Stuhl mit Röntgenstrahlen auf Wanzen überprüfte. Es nützte ihnen nichts. Fischer gewann. Und wurde weltweit zum Helden. "Die ganze Welt ist schachverrückt", jubelte nach seinem Sieg der britische "Daily Telegraph".
Fischer verliert den Weltmeistertitel, taucht ab und versucht ein Comeback
Der 11. September als "wundervolle Neuigkeit"
Als am 11. September nach dem Terrorangriff auf New York die Türme des World Trade Centers einstürzten, pries Fischer im Radio die Attacke als "wundervolle Neuigkeit". Das FBI forcierte die Ermittlungen gegen ihn. Doch erst 2004 gelang es der japanischen Polizei, ihn am Flughafen von Tokio zu verhaften. Fischer kam ins Gefängnis. Mit Unterstützung seiner langjährigen Lebensgefährtin Miyoko Watai, damals Präsidentin des japanischen Schachverbands, bemühte sich Bobby Fischer um Asyl. Rund 600 Schachfans kämpften für ihr Idol. Fischer beklagte sich, dass er in Haft angeblich neben einem defekten Atomreaktor leben müsse. Sollte man ihn in die USA ausliefern, würde er garantiert "ermordet" werden, so Fischer.
